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(Quelle: Domain-Newsletter #120 von domain-recht.de)

Wie man es nicht machen sollte...

Autor: Florian Huber

Oftmals lernt man am meisten, wenn man sich Beispiele betrachtet, wie man es nicht machen sollte. So auch bei der Frage, was eigentlich einen "guten" Domain-Namen kennzeichnet. Ist es die Kürze, die Prägnanz, die Orginalität, die Merkbarkeit? Auf meinem Schreibtisch liegt ein Werbeprospekt einer grossen Online-Bank. In hunderttausendfacher Auflage wird darin von der DAB-Bank die Domain "www.investor-global-leaders-fonds.dab-bank.de" beworben. Vier Bindestriche, zwei Subdomains und 45 Zeichen. Nein, das ist schon mal kein guter Domain-Name!

Denken Sie etwa an den Telekommunikationsanbieter "O2". Früher hieß O2 noch Viag Interkom. Nun ist O2 an sich ein recht guter Name: kurz, einprägsam, unterscheidungskräftig und mit positiven Assoziationen (O2 = Sauerstoff) verbunden. Die Agentur, die ihn "erfunden" hat, hat bestimmt viel Geld verdient. Doch leider ist der Name in Bezug auf die Internet-Adresse nicht gerade glücklich gewählt. Zunächst taucht hier das Problem auf, im Web den Buchstaben "O" sehr leicht mit der Zahl "Null" (0) zu verwechseln. Insbesondere auch deshalb, da ja das zweite Zeichen eine Zahl (nämlich "2") ist. Zu allem Überfluss sind die Ziffer "0" und der Buchstabe "o" bei allen Standard-Tastaturen direkt übereinander angeordnet – Vertipper also zwingend. Doch ein weiteres Problem ist viel gravierender: Die einzig logische Internet-Adresse für O2 wäre "www.o2.de". Doch zweistellige .de-Domains sind laut Vergaberichtlinien der DENIC gar nicht zulässig. Im Internet behilft sich O2 nun mit der Adresse "o2online.de", wobei der Internet-Nutzer wohl jeweils raten muss, ob jetzt eine Null ("0") oder der Buchstabe "o" gemeint ist. Zur Ehrenrettung von O2 muss man sagen, dass man sich zumindest ein paar Tippfehler-Varianten registriert hat; jedoch nicht "o-2.de", also die Version mit Bindestrich. Diese Adresse war bereits vergeben, an die Druckluftspezialisten aus Thurndorf, die dort Informationen über Kreuzkopfkompressoren und Drehschieberverdichter feil bieten...

Wesentlich besser hat es dagegen der rote Energie-Riese EON gemacht. EON hieß früher Veba. Anfang 2001 erfolgte die Umbenennung in EON und von Anfang an hat man hier dafür gesorgt, dass das Energie-Unternehmen sowohl unter "eon.com" als auch "eon.de" zu finden ist.

Ein "alter Bekannter "in dieser Reihe darf natürlich nicht fehlen: der Nachrichtensender NTV. Fast schon sprichwörtlich ist hier das sog. "Bindestrich-Problem". Die Website des TV-Senders erreicht man nur unter n-("Bindestrich")tv.de, nicht aber unter ntv.de (ohne Bindestrich). Dies führt dazu, dass die Moderatoren bei der Angabe der Web- und eMail-Adresse immer den Bindestrich so ausdrücklich betonen müssen: n-BINDESTRICH-tv-Punkt-de. Unter ntv.de, also ohne Bindestrich, findet sich nämlich die Nachrichtentechnische Vertriebsgesellschaft mbH aus Bad Homburg. Und die haben hurtig einen Werbebanner für ein Gewinnspielportal auf ihrer Site installiert. Irgendwie muss sich doch mit den paar Millionen zufälligen Page Impressions Geld verdienen lassen! Flaute am Werbemarkt hin oder her! Gerüchten zufolge soll es bei n-tv eine Kasse geben, in die jeder Moderator EUR 2,- einzahlen muss, wenn er den Bindestrich mal wieder vergisst.

Sie sehen, es macht durchaus Sinn, sich einige Gedanken über die Wahl des richtigen Domain-Namens zu machen.

Weitere Informationen unter:
http://www.domain-recht.de und http://www.united-domains.de


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